Mediennutzung bei Kleinkindern

Für die Kitas und Kindergärten heißt es: auf unabsehbare Zeit geschlossen. Zwar wird ab heute die „AG-Kita“ der Länder in Zusammenarbeit mit dem Bundesfamilienministerium das Konzept zu einer schrittweisen Öffnung erarbeiten. Aber wann das so weit sein wird und in welchem Stundenumfang dann Betreuung angeboten wird, steht in der Sternen ✨
 
Also kommen weiterhin Kika, YouTube, Disney und diverse Kinder-Apps als Ersatz-Erzieher*innen zum Einsatz. Wie viele Eltern fragen wir uns: wie viel Medienkonsum, insbesondere Bildschirmzeit für die Kleinen ist ok, was und wie sollen sie gucken?  
 
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Schon zu Nicht-Corona-Zeiten ist die Mediennutzung von Kindern ein großes (Streit)Thema. Und erst recht jetzt, wenn auch noch das Homeoffice ruft. 
 
In USA und Kanada lautet die Empfehlung: täglich maximal eine Stunde für Kinder von 2-5 Jahren. Die Bundes­zentrale für gesundheitliche Aufklärung ist da “strenger”: 0-3 Jahre: am besten gar keine Bildschirmmedien, 3-6 Jahre: maximal eine halbe Stunde/Tag, 6-10 Jahre, 45-60 Minuten. Jenseits der Dauer sind sich aber alle einig: es kommt vielmehr auf das was und wie an. Wie bei so vielen Dingen: die Mischung macht’s 🎨
 
Wie steuert man durch den Mediendschungel zu Corona-Zeiten?
  • Mach Dich nicht verrückt: Du hast momentan sicherlich genug damit zu tun, den täglichen Wahnsinn zu koordinieren. Jede Minute Mediennutzung der Kids akribisch nachzuhalten, sollte nicht unbedingt oben auf der Liste stehen 🙅
 
  • Leg Regeln fest: Absprachen sind immer noch wichtig. Zum einen helfen sie Dir, zuverlässig die gleiche Antwort zu geben, wenn die Kids zum 20. Mal fragen, wann die nächste “TV-Time” ist. Zum anderen stirbt die Hoffnung ja zuletzt, dass sie irgendwann selbst wissen, dass erst draußen gespielt wird, bevor die Lieblingsserie geguckt wird 🤩. Das beste an Regeln: man kann sie anpassen. Nach 3 Wochen haben wir Paw Patrol offiziell “verabschiedet” und sind auf weniger oft, dafür längere Filme umgestiegen
 
  • Kontrolliere den Inhalt mehr als die Zeit: Experten sind sich einig, dass der Inhalt die Musik macht. Vor allem sollte er altersangemessen sein, einen Start und ein Ende haben (im Gegensatz zur Dauerschleife auf YouTube) und auch mal Wissen vermitteln statt “nur” zu unterhalten. Ich weiß, Wissenssendungen sind nicht unbedingt der Garant für eine ungestörte Telefonkonferenz – einfach experimentieren und immer ein Ass im Ärmel haben (ach Paw Patrol, seufz…..)
 
  • Schau gemeinsam, wenn es geht: nicht ganz im Sinne des Erfinders, wenn man nebenbei etwas schaffen will. Aber es muss nicht gleich die gesamte Serie sein, manchmal reichen auch 10 Minuten “Co-Viewing”. Wichtig dabei: aktiv schauen, auch wenn die Kids “Shhhhh” flüstern. Gefühle der Charaktere erfragen, Geschehenes erklären, Parallelen zu Alltagssituationen ziehen etc. Das kann die Empathiefähigkeit und die Merkfähigkeit fördern
  • Nutze die Technologie für Verbindung: im Film passiert momentan mehr als im Leben 🤣? Super Gelegenheit, um mit dem Kids ins Gespräch zu kommen – Kinder lieben es, über das Gesehene oder Gehörte zu sprechen. Auch Videogespräche mit Großeltern oder den Freunden der Kids sind eine gute Idee – sie fördern sie Konzentration und die Sprachentwicklung. Nur aufpassen, dass danach nicht eigenständig YouTube angeworfen wird 😜
Zu guter Letzt: Du bist das Vorbild und die Kids orientieren sich an Deinem Medienverhalten. Meine Erfahrung ist: aus den Augen aus dem Sinn. Solange die Kids mein Handy gar nicht erst sehen, muss ich auch keine Fragen beantworten, ob sie es benutzen dürfen 🤷🏻‍♀️
 

Hilfreiche Webseiten

Die folgenden Webseiten bieten weitere Informationen zur Mediennutzung oder haben inhaltliche Tipps für kindergerechte Inhalte.

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