Was isst mein Kind?

Woche 6 der Ausgangsbeschränkungen macht sich auch beim Essen bemerkbar. Drei Mahlzeiten pro Tag irgendwie wuppen ist ja schon hinreichend stressig und wenn dann auch noch wählerische kleine Geister am Tisch sitzen, wird das Mittagessen schnell zum Minenfeld 💣
 
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Seit über 4 Jahren experimentieren wir mit dem Essen 🥕🥦. Irgendwann, als die Verzweiflung mal groß war, weil einer überhaupt nichts neues mehr probieren wollte, meinte jemand zu mir: In der Steinzeit wäre das gut gewesen, dann hätte sich das Kind nämlich nicht vergiftet. Dieser Satz hat viel bewirkt: seitdem experimentieren wir gelassener 😇⁠
 
Trotzdem stellen wir uns immer mal wieder die Frage, ob die Jungs sich gesund ernähren. Thomas Ellrott, Leiter des Instituts für Ernährungspsychologie an der Uni Göttingen sagt dazu: “Man sollte auf das Werten von Lebensmitteln verzichten. Ist eine Erdbeere gesund? Auch in Erdbeeren stecken nicht alle lebensnotwendigen Nährstoffe.”
 
Wir haben für Dich mal über den Tellerrand geguckt und jenseits der Klassiker 7 pragmatische Tipps für die Eltern von wählerische Esser*innen zusammengefasst:
 
  1. Es stört keinen großen Geist 🤷🏻‍♀️🤷‍♂️: Auch wenn Deine Kinder den Topf lecker duftende Soße mit “So ein Kacka-Essen” quittieren: lass Dich nicht beirren. Ob sie viel oder wenig essen, 14 Tage nur das gleiche, Obst und Gemüse nur in Quetschie-Form: nimm es gelassen. Oder kennst Du 18-Jährige, die noch an den Beutelchen nuckeln? Wenn Du wirklich besorgt bist: sprich mit dem Kinderarzt
  2. Selber nehmen lassen: Autonomie ist auch am Esstisch ein großes Thema. Lass die Kids selber entscheiden, wie viel sie essen und in welcher Reihenfolge, z.B. indem sie sich selbst bedienen. Bei den Kleineren: frag, bevor etwas auf den Teller kommt statt aufzuladen
  3. Den Pürierstab schwingen: Auch wenn es eine gängige These ist, dass Kinder ihr Essen lieber getrennt mögen, hat sich der Pürierstab bewährt. Kinder, die keine einzige Zutat individuell essen würden, lecken sich oft die Finger nach Smoothies 🥤 oder Suppen 🥣
  4. “Flavour-Flavour-Learning” einsetzen: Forscher aus Dänemark haben herausgefunden, dass es helfen kann, neuartige Geschmäcker (z.B. ein neues Gemüse) mit bekannten, beliebten Geschmäckern (z.B. “süß” wie in Ketchup) zu kombinieren. Funktioniert laut Studie bei 60-70% der Kinder
  5. Alternativen klar kommunizieren: Klar, kein Kind soll hungrig aufstehen, doch verschiedene Gerichte für die Kinder kochen: 🙅. Definiere ein oder zwei Angebote, wenn die Kids das gekochte Essen nicht mögen. Z.B. Butterbrot, Knäckebrot oder Joghurt
  6. Den Nachtisch vorher essen: Es ist verlockend, die Kids mit Aussicht auf Nachtisch zum Aufessen zu motivieren. Forscher sind sich einig, dass solche gut gemeinten Zwänge negative Folgen haben können. Eine Idee: grundsätzlich keinen Nachtisch direkt nach dem Essen anbieten, sondern zeitversetzt davor oder danach
  7. Künstliche Verknappung einsetzen: Die Angst, etwas zu verpassen, funktioniert auch am Esstisch. Dein Kind will auf einmal keine Paprika oder nölt, weil die sonst geliebte Gurke nicht mehr schmeckt? Statt Diskussion: ignorier das Genörgel und iss sie selbst. Verknappung steigert die Lust 
Und wer dennoch besorgt ist, dass die Kids sich nicht gesund genug ernähren: streich einfach Säfte und Nektar von der Einkaufsliste. Wirkt am besten, wenn auch die Erwachsenen mitmachen 😉

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