Aufräumen – oder täglich grüßt das Murmeltier

Jede Familie ist anders. Jede Familie hat ihren eigenen Kontext, hat ihr eigenes System aufgebaut und ihre ganz eigenen Herausforderungen.
 
Wirklich? Stimmt schon, aber ein Thema scheinen wir alle gemeinsam zu haben. Sogar die BILD hat schon drüber berichtet:
 
Krabbelnde Kinder entdecken ihre Liebe zum Ausräumen von Kisten. Kleinkinder nehmen die Küche, das Bücherregal oder den Kleiderschrank in Angriff. Spätestens bei Kindergartenkindern kommen Kleinteile dazu, ob von Lego, Playmobil oder aus dem Ü-Ei, die sich überall (sorry, ich meinte ÜBERALL) in der Wohnung verteilen.

Hast Du es erraten? Es geht um das Thema Aufräumen. Der Dauerbrenner unter den Erziehungsthemen. Von befreundeten Familien mit älteren Kindern und aus eigener Erinnerung weiß ich: es hört nicht auf! Es wird auch nicht besser, nur anders.

Beim Aufräumen gibt es sehr viele verschiedenen Auffassungen. Unsere ist nach viel Lektüre so ungefähr:
  • Kinder lieben zum Spielen das Chaos
  • Ordnung ist ein berechtigtes Bedürfnis. Eines, dass Erwachsene leider häufiger haben als Kinder
  • Kooperation, auch beim Aufräumen, ist immer freiwillig. Sonst ist es keine Kooperation, sondern Zwang

Wenn Du Dich unseren Grundprinzipien in etwa anschließen kannst, haben wir hier unsere magischen 5 Tipps:

  1. Jedes Ding braucht seine Adresse und die bestimmt das Kind am besten mit: Marie Kondo treibt es da auf die Spitze, aber grundsätzlich stimmt die Idee ja: alles braucht seinen Platz. Spielsachen am besten in Boxen, leicht erreichbar, am besten bebildert und am besten “wohnt” die Box auch immer am gleichen Platz. Klingt anstrengend? Hey, Du wolltest Ordnung
  2. Konkrete, nein, mega konkrete Aufforderungen: “Könntest Du bitte aufräumen” würde schon bei drei Erwachsenen mit Sicherheit zu drei verschiedenen Ergebnissen führen. Und bei Kindern, selbst Grundschulkindern, schlicht zu Überforderung. Besser: “Könntest Du bitte die Autos vom Teppich in die Autokiste legen” oder “Bitte stell diese 📚 zurück ins Regal”. Und schön eine Aufforderung nach dem anderen
  3. Auf DEINE Haltung kommt es an: Kindern lernen mehr durchs Zusehen als durchs Zuhören. Heißt: wenn wir entspannt, freudvoll und effizient aufräumen, sehen unsere Kids “Ah, tut ja gar nicht weh.” Schritt 1 könnte ja sein, sich nach dem Aufräumen so richtig laut zu freuen, wie schön es jetzt hier aussieht auf den zwei Quadratmetern, die gerade eben noch Minenfeld waren 🥳
  4. Rituale helfen: Vor dem Abendessen sind alle angespannt, weil Hunger? Nach dem Abendessen sind alle platt? Überleg Dir, wann es für Deine Family am besten passt, aufzuräumen. Und in diesen Zeiten kann das ja auch morgens nach dem Frühstück sein (wenn Dich das Chaos abends nicht stört). Am besten das Ritual klar ankündigen, z.B. mit einem Lied und dann selbst anfangen. Wir können ja mal wetten, nach wie vielen Tagen die Kids von alleine mitmachen…
  5. Schaff eine gute Aufräumatmosphäre 🎷: mach das, was vor allem Dich als Chef-Aufräumer*in in eine gute Stimmung versetzt. Gute Musik, durch das Zimmer tanzen, während man Dinge verräumt, Wettbewerbe (“Wetten, dass ich schneller die Legos…”), Bälleweitwurf oder Herumblödeln mit den Kids lassen die Zeit schneller vergehen

Vielleicht ernüchtert Dich die Erkenntnis, dass Du auf Jahre hinaus (mit) aufräumen wirst, wenn Du nicht auf “wenn-dann” Spielchen oder Belohnungssysteme zurückgreifen willst. Erinner Dich daran, dass Kinder grundsätzlich immer kooperieren wollen. Sie sind nur manchmal nicht in der Lage dazu.

Eine noch etwas radikalere Methode, mit dem Chaos umzugehen, ist die Reduktion dessen, was überhaupt aufgeräumt werden muss. Sprich: weniger Spielzeug. Nicht die Kinder haben die Mengen an Dingen, die aufgeräumt werden müssen, ins Haus gelassen, sondern wir. Also: weniger kaufen, weniger schenken lassen oder rigoros weiter verschenken und regelmäßig mit den Kids zusammen ausmisten 🗑️ 

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