Vorsorge ist die beste Medizin

Wer kennt nicht die Feldmaus Frederick von Leo Lionni, die im Herbst Sonnenstrahlen, Farben und Wörter für die kalten, dunklen Wintertage sammelt. Was für eine weitsichtige kleine Maus.

Wie wäre es, wenn wir Eltern ähnlich vorausschauend versuchen würden, Konflikte in unserer Familie zu entschärfen, bevor sie entstehen. Wir hatten Dir ja schon die Schimpfliste vorgestellt. Heute kommen unsere Tipps, wie man zumindest ein paar Minenfelder von vornherein vermeidet – es bleiben ja meistens noch genug übrig, damit der Tag nicht langweilig wird 😉

 

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Vielleicht hast Du unseren Daily Quarantini zur Schimpfliste gelesen, vielleicht ist das Thema Neuland für Dich. Es geht darum, Konfliktmuster im Leben mit unseren Kids zu identifizieren. Was triggert Dich, wann gibt es Streit, was bringt Dich auf die Palme – und was könntest Du anders machen, um diese Situationen gleich zu vermeiden.

Hier sind unsere Tipps, wie Du Konflikte verhindern oder einer genervten Reaktion vorbeugen kannst:

  • Aus dem Augen aus dem Sinn: Kinder haben ein super Gedächtnis, aber sie leben mehr als wir im Hier und Jetzt. Unser Handy, die Kekse, Mamas Handtasche wecken ihre Neugier – und der Konflikt ist oft vorprogrammiert. Unser Tipp: wegräumen. In den Schrank, in den Keller, aufs Regal. Was verräumt ist, liefert meist auch keinen Stein zum Anstoßen mehr
  • Routinen reduzieren den Mental Load: Forscher schätzen, dass wir am Tag ca. 35.000 Entscheidungen treffen, die meisten unbewusst. Puh! Auch im Umgang mit unseren Kindern müssen wir uns permanent entscheiden und da hilft es, wenn wir uns Routinen zurechtlegen, die unser Gehirn entlasten. Wie laufen die ersten 1-2 Stunden am Morgen ab? Wie kommen wir vom Mittagessen in die erste Aktivität am Nachmittag? Aufschreiben, einführen, ausprobieren, innehalten, anpassen und neu experimentieren ist unser Zauberweg
  • Wartezeiten vermeiden: für die meisten kleinen Kinder (und auch für viele Erwachsene 🤭) sind Wartezeiten doof. Schnell kommt es zu Nörgeleien oder sie denken sich den größten Schabernack aus. Prompt sind wir doppelt genervt: von der Situation und dem Verhalten der Kids. Um dem abzuhelfen: Wartezeiten reduzieren. Zum Beispiel die Malsachen fürs Bastelprojekt, die Zutaten für den Kuchen oder den Rucksack für den Spaziergang vorbereiten, während die Kids etwas anderes machen. Und dann geht es auf Los wirklich los
  • Lösungen verankern: Konflikte mit den Kids können wir oft schon erahnen. Sätze wie “Nach 30 Minuten Fernsehen ist Schluss” oder “Du bist leider erst morgen an der Reihe” laden quasi schon dazu ein, zu protestieren. Es hilft, wenn wir Lösungssätze schon parat haben, zum Beispiel: “Ich verstehe, dass Du sauer bist”. “Stopp, nicht werfen. Wir hatten vereinbart, dass …”. Auch wenn es sich komisch anfühlt: sag die Sätze vor Dich hin, wenn Du alleine bist. Dein Gehirn kann das Eingeübte besser abrufen, wenn es drauf ankommt
  • “Darüber muss ich nachdenken” statt “Nein!”: Abendessen kochen, parallel mit einem Kind verhandeln, ob heute Abend noch ein Film geguckt werden darf und das andere Kind braucht jetzt etwas zu trinken. Stress lass nach! Probiere, eine Entscheidung aufzuschieben, zum Beispiel die Frage nach dem Film: “Lass mich kurz darüber nachdenken, ich gebe Dir gleich Bescheid”. Wichtig ist nur, dass Du die Rückmeldung nicht vergisst 🙈

https://www.familypunk.com/2020/04/25/die-schimpfliste-oder-wie-man-muster-erkennt/Wie sagte Erich Kästner: “An allem Unfug, der passiert, sind nicht etwa nur die schuld, die ihn tun, sondern auch die, die ihn nicht verhindern.” 😉😉

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