6 Tipps für Eltern für mehr Gelassenheit und weniger Stress

“Wenn ich nicht so gestresst wäre, würde ich auch sehen, wie liebenswert unsere Kinder sind.” Ich weiß schon gar nicht mehr, ob ich diesen Satz gehört, gelesen oder selbst gesagt habe. Fakt ist: er blieb hängen. Wenn wir vom Besten ausgehen, dann haben wir die Möglichkeit, das Gute bei unseren Kids zu erwischen, sagt Nicola Schmidt, Autorin mehrerer Erziehungsratgeber. Aber dafür brauchen wir diese berühmt-berüchtigte Grundgelassenheit. Sonst macht der Stress uns blind für das Gute.

Daher haben wir heute unsere Best-of “Stress-Detox”-Tipps. Kurz, knackig und ohne große Schnörkel.

Kinder brauchen Aufmerksamkeit

Kinder geben viel, Kinder brauchen viel: vor allem unsere Zeit und unsere ungeteilte Aufmerksamkeit. Wenn wir Eltern permanent mit dem Kopf woanders sind (Hello, Mental Load, da bist Du wieder 👋) oder die Arbeit gedanklich überall hin mitnehmen, dann wird es schwieriger, unsere Kinder wohlwollend und emphathisch zu betrachten.

Wir Eltern brauchen Gelassenheit 

Gestresst können wir nicht so gut in Lösungen denken; stattdessen reagieren wir oft reflexhaft auf kindliches Verhalten. Unser Gehirn “feuert” dann Reaktionen, anstatt uns zu erlauben, kurz innezuhalten. Forscher konnten nachweisen, dass sich ein hohes Stresslevel bei den Eltern negativ auf die Entwicklung der Kinder auswirken kann.
 
Zu viel Stress ist schlecht für die Kids und für die eigene Gesundheit. Haken dran. Und jetzt? Der Job lässt sich kurzfristig nicht wechseln, die Kinder lassen sich auch nicht unbegrenzt bei den Großeltern parken, das Ehrenamt hat nächste Woche eine sehr wichtige Frist 🤷🏻‍♀️. Wie geht das also, mit einem geringeren Level an (negativem) Stress durchs Leben zu laufen? Es ist ein bißchen individuell für jede*n  von uns. Jenseits des Kontexts, den es sich anzuschauen lohnt, sagen Verhaltensforscher, dass eine Kombination aus Ziel, Haltung und Verhalten wichtig ist.
 

Das sind unsere 6 Tipps für Eltern: weniger Stress, mehr Gelassenheit

#1 Setz eine Intention

Wie alles geht es mit einem Ziel leichter. Warum willst Du weniger negativen Stress (wer sich für den positiven, den Eustress interessiert, könnte das zum Beispiel hier nachlesen)? Für mich ist es zum Beispiel: “Ich möchte meine Kinder besser sehen und dafür muss ich die Kraft haben, hinzugucken.” So, total einfach, oder 😂.

#2 Umarme JOMO statt FOMO

Die Fear of Missing Out, die Angst, ein soziales Ereignis oder etwas Cooles zu verpassen, lässt uns Dinge tun, die eigentlich gar nicht nötig sind. Egal ob es im Job ist (im Firmenchat alle Nachrichten auf allen Kanälen lesen) oder zu Hause (bei jedem “Pling” das Handy in die Hand zu nehmen – es könnte ja etwas wichtiges sein 😉). Die Gegenbewegung: Joy of Missing Out. Das bedeutet, sich klar zu machen, dass das Hier und Jetzt real ist, dass Du hier wirksam bist und einen Unterschied machst. Denn das ist eine wichtige Haltung gegen Stress.

#3 Fokussiere Dich auf “Was habe ich geschafft” 📝

To-Do-Listen können helfen, Stress zu vermeiden, ganz klar. Was auf dem Papier steht, muss nicht im Kopf herumgeistern. Listen fördern zum Beispiel Transparenz und ermöglichen Priorisierung. Sie können aber auch zeigen: das alles muss gemacht werden! So wenig habe ich heute durchgestrichen! Ich werde das nie schaffen! Idee: mach eine “Done-Liste”. Schreib abends auf, was Du geschafft hast, egal ob im Job, zu Hause, mit den Kids oder im Ehrenamt. Die Visualisierung und das Gefühl, etwas geschafft zu haben, sind gute Stresskiller.

#4 Schlaf besser 😴

Ausgeschlafen ist alles besser, auch unsere Empathiefähigkeit. Sagt die Forschung. Wie wir als Eltern besser schlafen können, verraten wir Dir hier.  Und wie wir es schaffen, dass die Kids schneller schlafen, damit wir noch ein wenig “Feier-den-Abend” haben, haben wir hier aufgeschrieben

#5 Schaffe Klarheit

Um den täglichen Load, egal ob bei der Arbeit oder zu Hause in den Griff zu kriegen, helfen zum Beispiel die 5Ds:

  • Drop – löschen, gar nicht machen, weil’s eigentlich niemand braucht
  • Delegate – abgeben. Jemanden anderen finden, der die Aufgabe besser machen kann
  • Delay – später machen, weil’s nicht dringend ist
  • Diminish – machen, aber nicht in der 150% Ausprägung. Gerne auch selektiver Perfektionismus genannt
  • Do – dringend, wichtig, ich bin die richtige Person dafür: machen und auf die Done-Liste setzen

#6 Praktiziere digitalen Minimalismus

Ich habe 34 Jahre ohne Smartphone gelebt (den Blackberry, der mich 2006-2014 begleitet hat, würde ich einfach nicht zu dieser Kategorie zählen). Ziemlich gut sogar. Und nun frisst das iPhone um die 2 Stunden pro Tag und wahrscheinlich würde die Hälfte auch ausreichen 📵. Was könnte ich mit der Zeit täglich machen? Sport! Spielen! Lesen! Das sind alles Dinge, die auf mein Stress-lass-nach-Konto deutlich mehr einzahlen. Für die Leseempfehlung zum digitalen Detox einfach weiterscrollen.

Weniger Stress bedeutet weniger Streit und mehr Zeit für die schönen Dinge des Lebens. Ich werde heute anfangen, etwas Kleines zu verändern. Machst Du mit?

 

Zum Weiterlesen

Cal Newport hat nach dem großartigen Buch “Deep Work”, in dem es ums konzentrierte Arbeiten geht, einen neuen Titel herausgebracht: “Digitaler Minimalismus”. Dort zeigt er, wie es uns im Rahmen eines 30-Tage-Programms gelingen kann, digital zu entschleunigen.