Einfacher Tipp gegen Nörgeln und Dauerfragen

Kind nörgelt: Tipp gegen nörgeln

Warum nörgeln Kinder? Kennst Du das auch? Diese Fragen im 2-Minutentakt: “Mama, wann sind wir daaaa?” “Paapaa, kann ich jetzt Fernsehen?” Egal, was gerade der dringendste Wunsch ist: wir sehen wohl selten mehr Hartnäckigkeit als bei Kindern, die versuchen, etwas zu erreichen.

Diese Hingabe und Entschlossenheit sind irgendwie bewundernswert. Unsere Kids verstehen offensichtlich ihre Bedürfnisse und setzen alles daran, sie zu erfüllen. Im Job würden wir sagen: super, da lässt sich jemand nicht vom Ziel abbringen und würden dem*r Kolleg*in das in den meisten Fällen hoch anrechnen. 👍🏻👍🏼👍🏿

Und doch kann ein ganz ähnliches Verhalten der Kids zermürbend sein und uns gehörig auf den Nerv gehen. Wie wäre es, wenn wir eine einfache Strategie für Dich hätten, um mit Dauerfragen, Nörgeln und Quengeln umzugehen? 😇

Wie bei jedem Verhalten müssen wir zuerst die Ursache verstehen, um es angehen zu können. Kinder versuchen durch ihr Handeln, ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Wenn sie also wiederholt die gleiche Frage stellen oder nörgeln, wann sie endlich dieses oder jenes tun dürfen, steckt dahinter ein unerfülltes Bedürfnis.

Nörgeln – ein erlerntes Verhalten

Nörgeln ist ein erlerntes Verhalten, das Kinder jeden Alters aufgreifen können, sobald sie sprechen können. Sie werden es dann immer wieder anwenden, wenn sie damit Erfolg hatten. Wenn wir Eltern also nach der 10. Frage, ob sie nicht doch bitte nur ausnahmsweise jetzt eine ganz klitzekleine Süßigkeit bekommen könnten (Augenklimper, zitternde Unterlippe – Du weißt schon, was ich meine), nachgeben, dann hat das Kind etwas gelernt: Nörgeln funktioniert! Es wird als “sinnvolles Verhalten” abgespeichert, um zu bekommen, was man will. Ziemlich cool, wie das kindliche Gehirn lernt, oder?

Nörgeln wieder verlernen

Da Nörgeln bei uns Eltern selten so positiv verknüpft ist, stellt sich die Frage: wie können wir unsere Kinder davon abhalten? Ganz “einfach”: sie müssen es wieder verlernen, indem wir es wirkungslos machen.

Dafür braucht es ein wenig Durchhaltevermögen auf Deiner Seite und drei einfache Worte: “Gefragt und beantwortet”. Folgende Situation: Dein Kind fragt Dienstagabend, ob heute nicht doch vielleicht schon Wochenende sein könnte und es nur eine kleine Folge Paw Patrol gucken dürfte. Du hast das klar verneint, hast zwei Vorschläge gemacht, was es alternativ machen könnte. Und Dein Kind fragt und fragt und fragt immer wieder.

So geht “Gefragt und beantwortet”:

  1. Schritt: Frage Dein Kind freundlich: “Hast du jemals von ‘Gefragt und beantwortet’ gehört?” Es wird wahrscheinlich nein sagen
  2. Schritt: Frage: “Hast du mir gerade eine Frage zum Fernsehgucken gestellt?” Es wird ja sagen oder nicken
  3. Schritt: Frage weiter: “Habe ich Dir die Frage schon beantwortet?” Es wird wahrscheinlich grummelig sagen: “Ja, aber, bitte bitte ….”
  4. Schritt: Frage: “Sehe ich wie jemand aus, der seine Meinung ändert, wenn man ihn immer wieder das Gleiche fragt?” Die Chancen stehen gut, dass Dein Kind leicht frustriert weg geht, schmollt oder sich auf etwas anderes einlässt
  5. Schritt: Wenn Dein Kind noch einmal fragt, sag einfach: “Gefragt und beantwortet”. Mehr nicht – und wende Dich wieder Deiner Beschäftigung zu. Widerstehe der Versuchung, etwas an Deiner Antwort zu ändern oder große Standpauken zu halten

Sobald diese Technik etabliert ist, sind “Gefragt und beantwortet” die einzigen Worte, die Du sagen musst, um nörgelnden Fragen zu begegnen. Ein klein wenig Hartnäckigkeit und Konsequenz sind auch von unserer Seite gefragt, um unsere Kinder im Verlernen des Nörgelns zu begleiten. Unsere Kids werden nämlich ihre bis dato erfolgreiche Taktik nicht einfach so aufgeben. 🤷🏻‍♀️

In den ersten Wochen kann der Frust über das Wegfallen einer bisher erfolgreichen Taktik auch zu Tränen oder Wutanfällen führen, gerade bei kleineren Kindern im Alter von 3 oder 4 Jahren. 😭🤯 Auch da sind wir gefragt: wir können die Gefühle unserer Kids validieren (“Du bist total wütend, dass Du jetzt nicht Fernseh schauen darfst, stimmst?”) und ihnen helfen, sie zu regulieren (“Mensch, was könnten wir jetzt machen, um diese Wut mal rauszulassen?”).

Damit diese Strategie nicht falsch verstanden wird: es geht nicht darum, ein Kind abzuweisen oder seine Bedürfnisse zu ignorieren. Wie Du merkst, ob es der richtige Zeitpunkt für “Gefragt und beantwortet” ist: höre auf Dein Bauchgefühl. Das wird Dir sagen, ob es hier um Nörgeln oder eine echte Bitte um Hilfe und Unterstützung geht. 🧡