Kreativität bei Kindern fördern

Kreativität bei Kindern

Neulich bekamen wir eine selbstgemalte Eintrittskarte für eine Aufführung im Kinderzimmer mit der Bitte, sofort Platz zu nehmen. Der CD-Player wurde angeschmissen und unsere Kids führten uns mit einer Mischung aus Ernsthaftigkeit und Ausgelassenheit ihren ausgedachten Tanz vor. Eine große Freude für uns alle.

 

Kreativität bei Kindern äußert sich nicht nur dadurch, ein Bild zu malen. Sich Spiele auszudenken, ein Haus aus Lego zu bauen oder ein Instrument zu lernen sind alles Formen des kreativen Ausdrucks. Kreativität ist die Fähigkeit, etwas zu produzieren, das originell und dabei nützlich oder brauchbar ist. Diese Definition scheint auf die kreativen Ausbrüche unserer Kinder manchmal nicht so ganz zu passen. Jedoch sind genau diese Aktionen eine gute Übung für sie, um neue Dinge auszuprobieren, Fähigkeiten zu erlernen oder einfach nur Spaß an dem zu haben, was sie gerade tun. Kreativität bei Kindern ist als mehr als das Endprodukt.

 

Warum ist es wichtig, Kreativität bei Kindern zu fördern?

Um etwas zu lernen, nutzen Kinder an erster Stelle ihre Sinne – also sehen, riechen, hören, schmecken und fühlen. Der Sozialpsychologe Hans-Peter Erb sagt, dass unsere Kinder noch nicht die Fähigkeit haben, sich Abläufe nur im Kopf vorzustellen, so wie wir Erwachsenen das machen. Das heißt: Unsere Kids verstehen erst etwas, wenn sie es selbst praktisch ausprobieren können. Sie wollen die Welt selbstständig und spielerisch entdecken. Wenn sie wissen wollen, wie viel Wasser und Seife ins Waschbecken passen und wie sie am besten ganz viel Schaum entstehen lassen können, lernen sie durchs Ausprobieren. Seufz.

 

Kreativität stärkt das Selbstwertgefühl

Kreativen Aktionen, bei denen sie etwas aktiv und selbstständig erschaffen oder anpacken, stärken das Selbstwertgefühl unserer Kinder. Sie erfahren dadurch, dass sie etwas mitgestalten und bewirken können. Und vor allem: Dass sie etwas ganz alleine schaffen. Zum Beispiel, wenn sie ein Bild für die Oma malen und es dann auch selbst einpacken. Somit ist Kreativität förderlich für eine gesunde Entwicklung.

 

Kreativität als Schlüsselkompetenz

Es lohnt sich, Kreativität bei Kindern zu unterstützen. Denn laut dem Autor Yuval Noah Harari wird Kreativität einer der wichtigsten Fähigkeiten für das 21. Jahrhundert sein. Sie befähigt unsere Kinder, sich schneller an neue Lebenssituationen der sich ständig wandelnden Welt zu gewöhnen. Deshalb geben wir dir in diesem Beitrag 7 einfache Tipps, wie du als Mama oder Papa die Kreativität bei Kindern fördern kannst.

 

7 Tipps, um Kreativität bei Kindern zu fördern

  1. Stelle “was-wäre-wenn”-Fragen: Mit solchen Fragen regst du das kreative Denken deiner Kinder an und öffnet den Lösungsraum. “Was wäre, wenn du fliegen könntest?” oder “Was wäre, wenn Brot auf Bäumen wachsen würde?” Dabei ist es fast egal, was die Frage ist, es geht darum, viele neue Ideen zu entwickeln. Im zweiten Schritt kann dein Kind beginnen, selbst “was-wäre-wenn”-Fragen zu stellen.
  2. Schaffe Raum zum freien und kreativen Spielen: Kinder brauchen Raum und manchmal auch Langeweile, damit sie auf kreative Ideen kommen. Wenn euer Alltag eher strukturiert ist, dann schaffe kleine Inseln zum freien Spielen oder finde Zeit, in der sie sich kreativ mit Farbe und Co. austoben können.
  3. Erfindet gemeinsam Dinge: Ermutige dein Kind, neue Lösungen für bestehende Probleme zu entwickeln. Da kommen manchmal die verrücktesten Sachen raus, zum Beispiel ein Schlauch aus der Decke über dem Esstisch, der Sprudel spendet oder ein Klo, das in den Kindersitz integriert ist
  4. Lasse den Flow zu: Wenn dein Kind gerade konzentriert einen Turm aus Bauklötzen baut, gib ihm Zeit, bis es sein Ziel erreicht hat, wann immer es geht. Den kreativen Prozess zu stören, könnte dazu führen, dass dein Kind die Lust verliert, zu experimentieren.
  5. Lobe den Prozess: Wenn unsere Kids kreativ sind, geht es nicht um ein perfektes Endergebnis. Kreativität ist ein Prozess. Lobe dein Kind als eher dafür, was es tut, als was es erreicht. Zum Beispiel: “Ich sehe, wie viel Mühe du dir beim Ausmalen gibst.” Mehr dazu, wie du richtig mit Lob umgehst, kannst du hier lesen.😊
  6. Lies deinem Kind vor: Studien zeigen, dass Lesen die Vorstellungskraft und Fantasie anregen. Besser übrigens als Bildschirmzeit. Bei Bilderbüchern kannst du dein Kind auch bitten, erst mal zu erzählen, worum es seiner Meinung nach auf der Seite geht.
  7. Fördere kreative Risiken: Selbst wenn du weißt, dass eine Idee deines Kindes nicht zu dem Ergebnis kommen wird, dass es sich vorstellt: lass es machen. Falls es eher zurückhaltend ist, kannst du kreative Risiken, bei denen das Endprodukt nicht klar ist, auch aktiv fördern. Das stellt den Prozess in den Vordergrund und stärkt die Experimentierfreude.

Albert Einstein hat mal gesagt: “Kreativität ist Intelligenz, die Spaß hat.” Wir Eltern tun also unseren Kindern und uns selbst einen Gefallen, wenn wir Kreativität bei unseren Kindern fördern. Gleichzeitig dürfen wir aber auch an unsere Bedürfnisse als Eltern denken. Nicht jeden Tag können wir gelassen mit großen kreativen (farblichen!) Ausbrüchen umgehen. An diesen Tagen hilft es auch, mit den Kindern einen Spaziergang draußen zu machen. Der fördert nämlich auch die Kreativität.

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