Selbstvertrauen bei Kindern

Selbstvertrauen bei Kindern

Es sind die scheinbar kleinen Aufgaben, an denen wir – je nach Alter – das Selbstvertrauen bei Kindern erkennen können. Vor allem, wenn sie es noch nie zuvor gemacht haben: im Café einen Cappuccino für dich bestellen, Brötchen beim Bäcker holen oder eine Flasche Saft aus dem Keller holen. Vielleicht ist dein Kind im ersten Moment Feuer und Flamme, nur um kurz darauf einen Rückzieher zu machen. „Ich kann das nicht. Du sollst das machen.“ Als Eltern wünschen wir uns, dass unsere Kinder voller Selbstvertrauen ins Leben gehen und Herausforderungen und Aufgaben selbstbewusst entgegentreten. Doch manchmal scheint es, als ob wir dem Selbstvertrauen bei unseren Kindern ein wenig nachhelfen müssten.

 

Was ist eigentlich Selbstvertrauen?

Selbstvertrauen ist – ganz wörtlich – das Vertrauen in unsere eigenen Fähigkeiten, in unser Können und in unser Einschätzungsvermögen. Es setzt eine realistische Sichtweise auf uns selbst voraus. Wenn wir uns nicht kennen, können wir uns leicht unter- oder überschätzen. Selbstvertrauen basiert auf unseren vergangenen Erfahrungen und unserer Erwartung, wie wir sie auf neuartige Aufgaben anwenden können.

 

Wenn unsere Kids ein gesundes Selbstvertrauen haben, dann haben sie einen realistischen Blick darauf, was sie mit ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten erreichen können. Sie stehen neuen Aufgaben dann meist aufgeschlossen gegenüber und sie wenden ihr Wissen und ihre Fähigkeiten an, um unbekannte Probleme zu lösen.

 

Wie Selbstvertrauen entsteht

Wie Erwachsene entwickeln auch Kinder Selbstvertrauen, indem sie Aufgaben angehen und meistern. Als Eltern können wir durch bewusste Übungen das Selbstvertrauen unserer Kids über Zeit aufbauen. Wir können ihnen helfen, ihre Stärken wahrzunehmen und ihnen zu vertrauen. Ein einfaches „Du schaffst das schon“ reicht jedoch meist nicht aus.

 

Was Selbstvertrauen bei Kindern bewirkt

Selbstvertrauen hat grundsätzlich einen positiven Einfluss auf unsere Kinder. Psychologische Studien belegen zum Beispiel, dass mehr Selbstvertrauen zu besserer Leistung im Fach Mathematik beitragen kann. Eine andere Studie belegt, dass mehr Selbstvertrauen zu höherer Beteiligung am Unterricht, mehr Interesse am Stoff, mehr zielorientiertem Verhalten und weniger Angst im Unterricht führen kann.

 

Selbstvertrauen und Mut

Ein größeres Selbstvertrauen kann sich außerdem positiv darauf auswirken, wie viel Mut unsere Kinder aufbringen. Kindern mit Selbstvertrauen stellen sich eher angsteinflößenden Situationen und geben nicht so einfach auf, wenn es mal schwierig wird. Sie sind sich eher sicher, dass sie die neue Herausforderung mit ihren Fähigkeiten meistern werden.

 

7 Tipps, um das Selbstvertrauen bei Kindern zu stärken

Weil es so wichtig ist, haben wir 7 Tipps, wie du die Entwicklung von Selbstvertrauen bei deinem Kind unterstützen kannst:

 

  1. Feiert den Einsatz: Egal, wie das Ergebnis ist: Erkenne an, dass sich dein Kind einer Situation oder Aufgabe gestellt hat und dass es sein Bestes gegeben hat. Statt das Ergebnis zu loben, fokussiere dich auf den Prozess und lobe, dass dein Kind sich Mühe gegeben hat und drangeblieben ist. Mach deinem Kind bewusst, was sein Beitrag war und was es gelernt hat. So kann es seine Fähigkeiten besser wahrnehmen und einschätzen.
  2. Gib deinem Kind regelmäßig kleine Aufgaben: auch wenn es im ersten Moment nicht den Anschein machen mag, so profitieren Kinder, wenn sie regelmäßig kleine Aufgaben im Haushalt erledigen. Sie erfahren dadurch Selbstwirksamkeit und das zahlt sich positiv auf das Selbstvertrauen aus. Hier findest du eine Übersicht altersangemessener Aufgaben.
  3. Akzeptiere Fehler und Imperfektion: Selbstvertrauen heißt nicht, alles sofort fehlerfrei zu schaffen. Es bedeutet eher, Aufgaben immer wieder aufs Neue zu versuchen und sich Misserfolge nicht zu sehr zu Herzen zu nehmen. Erkläre deinem Kind, dass keiner perfekt ist – weder wir als Eltern, noch seine Freunde und Freundinnen.
  4. Macht einen Plan: Bevor dein Kind mit einer größeren, neuen Aufgabe beginnt, könnt ihr gemeinsam einen Plan machen. Unterteilt die Aufgabe in kleine Schritte und sprecht die Abfolge durch. Erinnere dein Kind, was es schon kann und klärt, welche Unterstützung dein Kind von dir braucht. Beim nächsten Mal ist vielleicht nicht mehr soviel Hilfe deinerseits notwendig.
  5. Übt positive Sätze ein: Affirmationen können dazu beitragen, das Selbstvertrauen zu stärken. Zum Beispiel: „Ich kann alles lernen, was ich möchte“. Baut diese Sätze in die tägliche Routine ein, zum Beispiel, in dem ihr Zettel im Badezimmer oder in der Küche aufhängt. Einige Anregungen für Affirmationen findest du hier – natürlich könnt ihr auch eure eigenen aufschreiben.
  6. Unterstütze die Interessen deines Kindes: Wenn dein Kind Spaß an bestimmten Aktivitäten hat (Sport, Handarbeit, Schach u. v. m..), bestärke es darin, sie zu erlernen. Lass dich dabei nicht von überholten Geschlechterrollen beeinflussen, was man als Junge oder als Mädchen „zu mögen hat“. Zu sehen, dass man etwas lernen kann, wenn man will, ist ein super Booster fürs Selbstvertrauen.
  7. Ermutige dein Kind, Neues auszuprobieren: Auch wenn sie einige Dinge schon richtig gut können, ist es für unsere Kinder sinnvoll, regelmäßig etwas Neues auszuprobieren. Im Leben werden immer wieder ungewohnte Situationen auf unsere Kids zukommen. Daher ist es hilfreich, wenn sie gelernt haben, ihre Fähigkeiten anzuwenden oder zu erweitern, um damit umzugehen.

Astrid Lindgrens Pippi Langstrumpf hat Selbstvertrauen so schön auf den Punkt gebracht: „Ich habe es zwar noch nie versucht, aber ich bin sicher, dass ich es schaffe!“ Diese Einstellung wollen wir bei unseren Kindern fördern, gepaart mit der Leichtigkeit, es gut wegzustecken, wenn sie es dann doch nicht geschafft haben. Wenn sie sich mit diesem Gedanken den Herausforderungen und Aufgaben des Lebens stellen, dann kann kommen was will: Unsere Kinder sind bereit.

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